Beschlagene Scheiben, gefrorene Baumspitzen, hellerleuchtete Fenster.

Es ist Winter, genau gesagt Februar. Und es ist Fasching. 

Die Autolichter jagen die Allee entlang und verweilen schließlich an einer grau-bleichen Fassade. 

Das Summen des Motors verstummt jäh. Türen knallen. 

Dann schlägt die kalte Winterstimmung um und wie ein Sturm braust Heiterkeit, Jubel, Lärm der menschgewordenen Masken über die Neuankömmlinge hinweg. 

„Wer bist du?“ scheint jeder jeden zu fragen. 

Lachende, erhitzte Gesichter einer tanzenden, wogenden, sich schlangenartig hin- und herbewegenden Masse. 

Der Saal bricht fast auseinander. 

In der einen Ecke wird heiß diskutiert, in der anderen viel zu viel getrunken. 

Dort drüben ein paar Damen, deren gelangweiltes Lächeln mehr und mehr gefriert und schon bald zu einer neuen Maske erstarrt. 

„Komm - lass uns tanzen!“ 

Augen begegnen sich. Aufblitzendes Verständnis, heftiges Einanderzudrängen. Noch ist`s Spaß - sie halten sich umschlungen, der Trubel verebbt, ein Nebel der Glückseligkeit hüllt sie ein. 

Nur zwei von vielen, doch eine Mauer umgibt sie, schirmt sie ab von den anderen, treibt sie einander zu. 

Leidenschaft, Begehren, Spannung. 

Das große Geheimnis der Zweisamkeit läßt sie eins werden, die Zeit vergessen, die Freunde, den Wein. Nur das Strahlen in den Augen des anderen gilt. 

Du und ich! - Wie lange wohl? 

Manchmal dringt das Lärmen der munteren Menge bis zu ihnen durch, reißt sie gewaltsam aus ihrem Traum, um sie dann noch tiefer, bodenloser versinken zu lassen. 

Ist das noch Spaß?... 

Die Toleranz des Partners kennt keine Grenzen, heute sieht jeder den anderen mit Faschingsblick und Glorienschein. 

Doch wie wird`s morgen sein? Fällt dann die Maske?

Frohsinn, Lachen, ewig gute Laune. Wird daraus Kummer, Leid und Traurigkeit? 

Denke nicht daran , „heute“ zählt, der Augenblick ist wichtig; „morgen“ ist noch weit. - 

Viel später sagen sie sich gute Nacht und wünschen sich so viel. 

Die Masken sitzen schief, die Schminke ist längst verwischt. Und was blieb? 

Der große Zauber einer Faschingsnacht.

„Komm, schließ´ die Augen und hab´ mich lieb.

Viele Löcher hat ein Sieb...“

Bleiche Lichter huschen die kahlen Häuserwände entlang, das Brummen des Motors verklingt in der Ferne.

Die Antwort ist nur ein Hauch: Wieder ein Abenteuer mehr!

 

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