Ein Laie kommt zu Wort

  

Vorgeschichte:

Leider kann ich keine große Höhlenerfahrung vorweisen und habe mich auch nicht weiter damit beschäftigt, Fakten zu sammeln oder Beweggründe zu analysieren. Ich wollte mit meinem kurzen Aufsatz ganz einfach mal meine Gefühle nach den ersten Erlebnissen in der Unterwelt zum Ausdruck bringen. Es ist kein ernst gemeinter Versuch und es sollte sich auch keiner die Frage nach seiner eigenen Motivation stellen. 

Fast wage ich nicht, meine paar Zeilen zu veröffentlichen, nachdem ich im SCHLAZ (Heft Nr. 17) diesen überaus sorgfältig ausgearbeiteten Artikel las, den ich in Erinnerung an meine Schulzeit unter „Besinnungsaufsatz“ einreihen möchte, während ich doch nur ein Stimmungsbild anbieten kann. 

Aber zu gerne würde ich den Autor des ernst gemeinten Versuches fragen, warum er denn jemals einem Höhlenverein beitrat, wenn er nur (und nicht teilweise) negative Bewertungen anführt. Es tut mir wirklich leid, aber trotz mehrmaligem Lesen kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Autor seiner Umwelt beweisen muss, wie hoch er über anderen Höhlenforschern steht. Sein Interesse ist gesunken, man sieht ihn nur noch selten unter Tage, wie er selbst zugibt.

Zum Glück möchte ich sagen!

Es ist sicher besser für ihn, seine Aggressionen in noblerer Gesellschaft abzubauen, seine Selbstbestätigung an anderer Stelle zu finden, den Reiz der Gefahr außerhalb der Höhle zu verspüren und sein Geltungsbedürfnis, seinen Machthunger nicht mit Hilfe eines Amtes im Verein zu befriedigen. Bis heute hielt ich mich für einen vernünftigen, normalen Menschen mit vielseitigen Interessen, die zwar nicht immer im Bereich des Allgemeinüblichen lagen, aber doch nicht zu einer psychiatrischen Behandlung Anlass gaben. 

Dachte ich! ... 

Nachdem ich nun diesen aufschlussreichen Artikel mit Freud´schen Zitaten gelesen habe, frage ich mich darob frustriert: Bin ich ein ängstlicher Mensch? Flüchte ich mich vor der Welt? Schaffe ich mir irrealen Raum, eine Phantasiewelt? Sind das Sauforgien, wenn man etwas über den Durst trinkt? Ist es sinnlos, Spaß und Freude empfinden zu können? Bin ich deshalb hemmungslos? Muss ich mich selbst bestätigen, besser sein als andere? Kann ich gute Freunde nur beim Höhlenkundeverein finden? 

Nichts dergleichen. Ich wage es zuzugeben, dass ich gerne Unsinn mache, an Biwaks mit und ohne sog. „Sauforgien“ teilnehme und mit Vorliebe in Höhlen krieche, um einmal aus dem gewohnten Trott herauszukommen. Aus einer Welt, die, wie man sogar im SCHLAZ lesen kann, mit Spaß und Spiel nichts anzufangen weiß. 

Darum widersetze ich mich dem tierischen Ernst und behaupte: Mir gefällt es einfach, in schmutzige Löcher zu krabbeln. Ich fühle mich trotzdem wohl und stocknormal. 

Man möchte mir nun meine Emotionen verzeihen und bedenken: So spricht ein Laie, kein Profi!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit meiner Kritik falle ich im Gegensatz zu Artikel aus SCHLAZ Nr. 17 ins andere Extrem, aber nur so gelingt es mir vielleicht, einzelne Punkte dieses Werkes ad absurdum zu führen und dem Verfasser die Frage zu stellen: Hat er wirklich zu sich gefunden oder ist er noch auf der Suche und wäre es für ihn positiv, auch einmal über meine Argume

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